Wird es am Flughafensee endlich sauber? Seit Jahren ist der Müll am Flughafensee ein Riesenproblem, besonders in den Sommermonaten. Vom nächsten Jahr an wird die BSR das Gelände am Flughafensee reinigen.
Zuständig für die Sauberkeit ist der Bezirk bzw. das Land Berlin aufgrund einer Vereinbarung mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, der das Flughafensee-Areal gehört. In den Sommermonaten waren mehrmals in der Woche Mitarbeiter des Gartenbauamts dort tätig, in den Wintermonaten „nach Bedarf. 12 große Müllcontainer sollen aufgestellt worden sein. Das Müllproblem konnte dadurch nicht gelöst werden, und die Mitarbeiter des Gartenbauamts fehlten für gärtnerische Aufgaben.
Nun wird die BSR die Pflege des Geländes übernehmen. Und so kam dazu: Im seit 2016 laufenden „Pilotprojekt Parkreinigung“ war die BSR bereits in 12 Parks erfolgreich aktiv, so informierte die Wirtschaftssenatorin Pop. Durch Verdoppelung der Mittel für diese Pflege können weitere Parks, Plätze und Ufer durch die BSR gepflegt werden, darunter der Bereich Flughafensee. Die bisher bereits erfolgte Reinigung der Greenwichpromenade durch die BSR wird bis zum Parkplatz Neheimer Straße ausgeweitet. Unklar ist noch, ab wann genau die BSR die Arbeiten übernehmen wird.
Wir hoffen sehr, dass die BSR zügig loslegt und diese Flächen nun endlich sauberer werden!
- SPD in Reinickendorf diskutiert Ergebnis der Bundestagswahlen –
Mehr Mut zu Glaubwürdigkeit!
Unbequeme Wahrheiten sprach er aus, der Referent auf der Kreisdelegiertenversammlung der SPD Reinickendorf – Raed Saleh, SPD-Fraktionsvorsitzender im Abgeordnetenhaus. Er selbst brachte am Abend des 6. Oktober Mut auf und benannte Ursachen für das katastrophale Wahlergebnis der SPD bei den Bundestagswahlen. Er scheute sich nicht, von einer Existenzkrise der SPD zu sprechen, die dazu führen könne, dass sie zu einer unbedeutenden Partei werden könne wie bereits in einigen Ländern Europas. Die Ursachen dafür sieht Saleh vor allem im Vertrauens- und Glaubwürdigkeitsverlust der Sozialdemokraten in den letzten Jahren. Als Beispiel nannte er u.a. die Erhöhung der Mehrwertsteuer: Vor der Bundestagswahl 2005 versprach die SPD, mit ihr werde es keine Erhöhung der Mehrwertsteuer geben, die CDU wollte sie um 2% erhöhen. Nach der Wahl hingegen einigte man sich in der damaligen Großen Koalition auf eine Erhöhung um 3% von 16 auf 19%. Saleh sprach auch die Agenda 2010 an. Die Hartz–Gesetze hätten breite Teile der sozialdemokratischen Wählerschaft als eine Art Verrat wahrgenommen. Auch die Waffenexporte nahm er ins Visier. Waffen seien von SPD-Wirtschaftsministern bedenkenlos in alle Welt verkauft worden.
Mehr Mut zur Einbindung der Parteimitglieder!
Auch mit dem Wahlkampf ging Saleh kritisch ins Gericht. Der Wahlkampf habe zu spät und ohne Vorbereitung begonnen. Der Programmentwurf sei von der Parteispitze so spät beschlossen worden, dass er im Unterschied zur Wahl 2013 in den Parteigliederungen und in der Öffentlichkeit nicht hinreichend diskutiert werden konnte. Martin Schulz als Spitzenkandidat sei zwar großartig mit viel Schwung gestartet. Die in die Höhe schießenden Umfragewerte bewiesen, dass es ein tiefes Bedürfnis nach etwas Neuem, Kantigen gab, das er anfangs verkörperte. Dann aber geriet er in das Räderwerk der Parteifunktionäre und Berater im Willy-Brandt-Haus, die seine Reden umschrieben und unkenntlich machten So konnte er trotz allen Ackerns im Wahlkampf nicht zum Wahlerfolg kommen.
Mehr Mut zu Ehrlichkeit!
Saleh forderte für die Zukunft eine „ehrliche Politik“. Dazu gehört nach seiner Auffassung ein offener Umgang mit den Bedürfnissen, Ängsten und Hoffnungen der Menschen. Die SPD dürfe die Angst vor einer „kulturellen Überfremdung“ und die mit der Zuwanderung verbundenen Probleme nicht einfach ignorieren, sondern müsse die Ursachen der Flucht erklären und konkrete Lösungen anbieten. Man dürfe die Wähler der AfD nicht ablehnen oder verteufeln, sondern müsse sie für die SPD zurückgewinnen. Das Thema „Sicherheit“ sei im Wahlkampf deutlich zu kurz gekommen. Die Menschen erwarteten vom Staat klare Regeln für ein Zusammenleben und deren Durchsetzung. Die SPD dürfe auch nicht tolerieren, wenn überall Lehrerinnen und Lehrer fehlen. Sie dürfe nicht verschweigen, dass die Mietpreisbremse den raschen Anstieg der Mieten besonders in den Zentren nicht hinreichend verhindert. Die SPD müsse vor allem auch die emotionale Bindung ihrer Wählerschaft wieder aufbauen und ihr Vertrauen zurückgewinnen. Nur wenn die SPD es schafft, eine große, gemeinsame Vision für Deutschland zu definieren, werde sie in Zukunft Erfolg haben, forderte Saleh zum Abschluss.
Reinickendorfer SPD will „Ideenwerkstatt“ einsetzen
Saleh sprach vielen Delegierten aus dem Herzen. Das zeigten der Beifall für seine Rede und die anschließende Diskussion. Zahlreiche Delegierte meldeten sich mit nachdenklichen Beiträgen zu Wort, darunter auch der dem CDU-Kandidaten unterlegene Reinickendorfer SPD-Bundestagskandidat Thorsten Karge. Er betonte, dass die in seinem Wahlkampf gesetzten Themen der sozialen Gerechtigkeit die richtigen waren, er habe in vielen Gesprächen Zustimmung erfahren. Gleichwohl habe man offensichtlich der SPD nicht mehr zugetraut, dies auch in praktische Politik umzusetzen.
In den beschlossenen Anträgen griff die KDV Salehs Anregungen auf. Als erstes wurde einmütig eine Resolution verabschiedet, die die Einsetzung einer „Ideenwerkstatt“ beinhaltet. Mitglieder aus Reinickendorf sollen sich kritisch mit dem Wahlergebnis auseinandersetzen und Ideen zur inhaltlichen, organisatorischen, strukturellen und strategischen Erneuerung der SPD auf Bundes-, Landes und kommunaler Ebene entwickeln. Außerdem sollen konkrete Vorschläge zur Weiterentwicklung des SPD-Kreisverbands erarbeitet werden.
Das Programm der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands
Im Wahlkampf zeigte sich, so wurde in vielen Diskussionsbeiträgen festgestellt, dass die SPD den Wählern nicht wie gewünscht verdeutlichen konnte, was sie eigentlich will. Dies lag auch, aber natürlich nicht nur, an der "Sozialdemokratisierung" der CDU. Die erfolgreiche Arbeit der sozialdemokratischen Minister wurden eher der Kanzlerin Merkel als der SPD zugeschrieben. Eine ausführliche Programmdiskussion wurde auch auf der KDV wiederholt als dringend notwendig bezeichnet. Auf Initiative von Delegierten der Abteilung Borsigwalde/Tegel-Süd forderte die KDV in einem Antrag an den Landes- und Bundesparteitag den Parteivorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands auf, unter der Leitung von Martin Schulz ein neues, zeitgemäßes und zukunftsorientiertes Grundsatzprogramm zu entwerfen.
Juso-Ideen zur Organisationsreform der SPD Reinickendorf
Die Reinickendorfer Jungsozialisten legten eine Reihe von Anträgen zur Neuausrichtung der Reinickendorfer Parteiarbeit und Organisation vor. Einer ihrer Anträge wurde sofort beschlossen: der Antrag, die inhaltliche Arbeit des Kreisvorstandes voranzubringen: Den Beisitzern sollen definierte Aufgabenbereiche zugewiesen werden, die sie mit der Veranstaltung von Themenforen und Formulierung von Anträgen ausfüllen. Bei den weiteren Juso-Anträgen war die KDV mehrheitlich der Auffassung, dass vor einer Entscheidung den Reinickendorfer Abteilungen und Mitgliedern und auch der Ideenwerkstatt Gelegenheit zur Diskussion und Meinungsbildung gegeben werden müsse.
Kritische Auseinandersetzung mit Senatspolitik
Weitere Anträge setzten sich kritisch mit der aktuellen Senatspolitik auseinander. So wurde der Senat aufgefordert, die Koalitionsvereinbarung mit Grünen und Linkspartei umzusetzen: Die Rückführung des Facility Managements (CFM) in die Charité stockt und soll deshalb nunmehr zügig vorangebracht werden, ebenso die Einbeziehung der Vivantes -Töchter in den Geltungsbereich des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst (TVöD) sowie der Vollzug des zwischen Verdi und der Universitätsmedizin vereinbarten Tarifvertrages Gesundheitsschutz und Mindestbesetzung in den angeschlossenen Krankenhäusern. Auch mit diesen Anträgen wurde deutlich: „Die SPD hat kein programmatisches Defizit, sondern ein Umsetzungsproblem“, wie abschließend der SPD-Kreisvorsitzende Jörg Stroedter feststellte.
Am Tag vor der Bundestagswahl waren wir noch einmal mit unserem Infostand im Abteilungsgebiet aktiv – in der Frühe um ½ 9 Uhr in Borsigwalde, ab 10 Uhr dann in Tegel-Süd. Mit roten Rosen und in diversen Gesprächen warben wir dafür, am nächsten Tag das Wahlrecht zu nutzen und so die Möglichkeit zur Mitwirkung am politischen Geschehen unmittelbar wahrzunehmen. Die Rosen wurden wie üblich besonders gern genommen, aber auch das Infomaterial fand Interesse. Am Wahltag erinnern die Rosen dann daran, wirklich zur Wahl zu gehen.
Unter diesem Motto luden die drei Koalitionsfraktionen im Abgeordnetenhaus zu einer gemeinsamen Kundgebung zum Volksentscheid über die Offenhaltung des Flughafens Tegel ein.
Ort dieser Kundgebung war der gefühlt wohl lauteste Platz Berlin, der Kurt-Schumacher-Platz. Hier konnte man sich live davon überzeugen, dass der Fluglärm wirklich unerträglich ist. Unterstützt wurde die PolitikerInnen nicht nur von Mitgliedern von Bürgerinitiativen zur Schließung des Flughafens, sondern auch vielen Bürgerinnen und Bügern, die trotz der ungünstigen Zeit (14.30 am Nachmittag) den Weg zum Kutschi vor den Clou fanden.
Die Redner riefen alle Wahlberechtigten auf, am Sonntag beim Volksbegehren mit „Nein“ zu stimmen. Der unzumutbare, krank machende Fluglärm durch den Flughafen Tegel muss endlich, wie seit Jahrzehnten 100.000en Bürgern versprochen, ein Ende haben. Die rechtliche Lage sei eindeutig, zudem wären die bei einer Offenhaltung des Flughafens erforderlichen Schallschutz- und Instandsetzungsmaßnahmen mit ca. 1 Mia. Euro extrem teuer.
In Gesprächen unter den Teilnehmern wurde immer wieder betont, dass die Lärmbelastung seit Jahren extrem zugenommen hat, woran auch der Einsatz „leiserer“ Flugzeuge nichts ändert, die Zahl der Flugbewegungen enorm gestiegen ist, auch der Verkehr während der Nachtruhe (z.B. durch Frachtflüge) ist zu hoch. Sicher freut sich jeder über kurze Wege, aber die Gesundheit der Menschen, die bisher in der Einflugschneise leben, ist wichtiger. Und schließlich: Was seit Jahrzehnten versprochen wurde, muss nun auch gehalten werden – angesichts der massiven Zunahme des Fluglärms erst recht.

Am 17.9.2017 fand das traditionelle Familienfest der SPD auf der Familienfarm Lübars statt. Fazit der Gäste und Helfer: Tolles Fest mit ganz vielen Besuchern bei sonnig-warmem Spätsommerwetter. Offensichtlich hatte Jung und Alt viel Spaß. Der „Renner“ bei den Kleinen war das Sprungkissen, auf dem sie sich so richtig austoben konnten. Aber auch die anderen Spielangebote, Kinderschminken, Brot backen, Musik, Zauberei, Drachensteigen im angrenzenden Freizeitpark und vieles andere fanden großen Anklang. Am Stand der Kurklinik für Stoff- und Schmusetiere der Arbeiterwohlfahrt Berlin Nord-West konnten die Kinder ihre Lieblingsstofftiere reparieren lassen. Auch den Großen wurde so manches geboten, das gerne angenommen wurde. Vereine sowie Arbeitsgemeinschaften der SPD informierten über ihre Arbeit und warben um Interessenten, der Duft von Bratwürstchen, aber auch Waffeln wehte über das Gelände und lockte viele hungrige große und kleine Gäste an die Stände.
Auf der Bühne wechselten sich Livemusik, Aufführungen und politische Gespräche ab. Als Gäste wurden der Regierende Bürgermeister Michael Müller, Raed Saleh (Fraktionsvorsitzender der SPD im Abgeordnetenhaus), Ralf Wieland (Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses, Mitglied der SPD), die Senatorin Dilek Kolat u.a. begrüßt, ebenso der Reinickendorfer Kandidat für den Bundestag Thorsten Karge sowie mehrere Mandatsträger der Reinickendorfer SPD.
Viele ehrenamtliche Helfer von den Jusos bis zur Altersklasse AG 60+ packten mit an und trugen so zum Gelingen des Festes bei. Aus unserer Abteilung Borsigwalde/Tegel-Süd waren 5 GenossInnen an verschiedenen Ständen aktiv und freuten sich dabei über das gelungene Fest.
Übrigens: Weitere Fotos finden Sie in der Bildergalerie „Impressionen vom Familienfest 17.9.2017"
Ca. 20 Teilnehmer nutzten am 2.9.2017 die Gelegenheit zur Besichtigung der Gedenkstätte „Historischer Ort Krumpuhler Weg“, unter ihnen der Wahlkreiskandidat der SPD für den Bundestag Thorsten Karge.
Die Historikerin Frau Dr. Schrage informierte uns zunächst im seit 2016 bestehenden kleinen Museum mit der Geschichte des NS-Zwangsarbeiterlagers, der Nutzung des Geländes nach dem Ende der NS-Diktatur und der Gedenkstätte. Schautafeln, Karten und Exponate im Museumsraum veranschaulichten ihre Ausführungen.
Der anschließende Rundgang über das Gelände machte nicht nur deutlich, wie groß das Lager einmal war. Es zeigte sich auch, dass durch die verschiedenen Nutzungen nach dem Krieg, insbesondere als Gartenarbeitsschule, nur noch wenige Relikte aus der Zeit des Zwangsarbeiterlagers existieren – und diese durch ihre Nutzung auch solche nicht mehr erkennbar sind. Umso wichtiger ist es, durch das Museum und die Gestaltung des Außengeländes an die leidvolle Geschichte dieses Ortes zu erinnern. Herzlichen Dank an Frau Dr. Schrage, die nicht nur immer wieder Führungen anbietet, sondern mit ihrer Forschungstätigkeit maßgeblich am Zustandekommen des Museums beteiligt war.
Zur Geschichte:
Auf dem über 30.000 qm großen Areal wurde 1942 ein NS-Zwangsarbeiterlager errichtet. Betrieben wurde es von dem Rüstungsunternehmen Alkett (=Altmärkische Kettenwerke), einer Tochterfirma des Rüstungskonzerns Rheinmetall-Borsig, die fast bis Kriegsende Panzer produzierte und dafür in großer Zahl Menschen aus Osteuropa zur Zwangsarbeit heranzog. Mit rund 38 Gebäuden und bis zu 1500 Zwangsarbeitern gehörte das „Gemeinschaftslager Krumpuhler Weg“ zu den großen Lagern in Berlin. Untergebracht waren hier seit dem Frühsommer 1942 so genannte "Ostarbeiter", also Russen, Ukrainer und Weißrussen, seit 1943 auch Franzosen und Italiener, darunter auch Frauen, die hier Kinder zur Welt brachten. Wie in allen Lagern litten die Zwangsarbeiter unter der völlig unzureichenden Ernährung, Kleidung, Krankenversorung, schlechter Unterbringung, unter totaler Entrechtung und Isolation, bei Bombenangriffen boten Splittergräben praktisch keinen Schutz. Über das Schicksal der Lagerinsassen ist leider nur sehr wenig bekannt.
Nach dem Krieg wurden einige Gebäude des Lagers durch eine Grundschule genutzt, ehe das Terrain in eine Gartenarbeitsschule umgewandelt wurde und die ehemaligen Lagerbaracken allmählich verschwanden. Durch den Abriss der Baracken und den Verkauf von Teilflächen des Geländes z. B. in den 50er Jahren an die Evangelische Kirche zur Errichtung der Philippus-Kirche sowie an den Bezirk Reinickendorf für den Bau eines Mädchenheims, dass heute eine Kindertagesstätte beherbergt, wurde das ehemalige Lagergelände wesentlich verkleinert. Im Zusammenhang mit dem Verkauf eines größeren Areals an eine Wohnungbaugesellschaft wurden 2006 die finanziellen Grundlagen für die Entwicklung der Gedenkstätte geschaffen. 2010 wurde der „Historische Ort Krumpuhler Weg“ eingerichtet, Im Jahr 2016 konnte dann das Museum eingeweiht werden.
Übrigens: Weitere Fotos finden Sie in unserer Bildergalerie „Besichtigung Gedenkstätte Krumpuhler Weg 2.9.2017“
3 Wochen vor der Bundestagswahl war unser Kandidat Thorsten Karge wieder zu Gast bei uns in Tegel-Süd. Die Schließung des Flughafens Tegel wurde in wiederholt lebhaft diskutiert, ebenso der Umgang mit dem Diesel-Abgasskandal, fehlender bezahlbarer Wohnraum usw. Das Kandidatenduell im Fernsehen hatten offensichtlich viele Bürger gesehen und nutzten nun die Gelegenheit, ihre Meinung zu den beiden Kontrahenten zu äußern. Das Interesse an Informationsmaterial war deutlich größer als vor in den Sommermonaten. Viele Angesprochene hatten andererseits bereits per Briefwahl ihre Stimme abgegeben – wir erwarten nach dieser Erfahrung einen deutlich höheren Anteil an Briefwählern als bei den vorangegangenen Wahlen.
An unserem Infostand am 19.8.2017 hatten alle Interessierten die Gelegenheit, unserem Reinickendorfer Kandidaten für den Bundestag ihre Anliegen direkt anzutragen. Zahlreiche interessante Gespräche kamen zustande – vor allem die Flughafenschließung, die Kriminalitätsbekämpfung/innere Sicherheit und die Flüchtlingspolitik wurden lebhaft diskutiert. Nebenbei konnten sich die Standbesucher mit einem Stückchen Melone erfrischen und eine kleine Rezeptsammlung mitnehmen, die auch ein von Thorsten Karge beigesteuertes Rezept für einen Melonendrink enthält.
Am 6. Mai trafen sich einige Mitglieder unserer Abteilung mit engagierten Bürgern, um in einer gemeinsamen Reinigungsaktion Stolpersteine im Abteilungsgebiet zu putzen und somit wieder gut sichtbar zu machen.
Stolpersteine sind kleine in den Boden eingelassene Gedenktafeln. Sie erinnern an das Schicksal von Menschen, die in der Zeit des Nationalsozialismus Opfer des Holocausts, der Euthanasie oder der Zwangsarbeit wurden, vertrieben, enteignet, politisch verfolgt wurden oder in den Gefängnissen oder Hinrichtungsstätten in Berlin ermordet wurden. Seit einigen Jahren finden sich rund um den 8. Mai, dem Tag des Kriegsendes in Deutschland, Mitglieder von Parteien, Vereinen und Verbänden sowie Kirchen, aber auch engagierte Bürgerinnen und Bürger zu gemeinsamen Putzaktionen von Stolpersteinen zusammen, um die Erinnerung an die Opfer von Vernichtung und Verfolgung durch den Nazi-Terror wach zu halten und ein Zeichen für die Gegenwart und Zukunft zu setzen.
Wir trafen uns vor dem Eingang zum Historischen Ort Krumpuhler Weg (ehemaliges NS-Zwangsarbeiterlager in der Siedlung Waldidyll) und brachten dort einen Stolperstein zur Erinnerung an Nikolaj Alexjenko, einem Zwangsarbeiter, wieder zum Glänzen. Durch Umwelteinflüsse war die Messingplatte bereits ziemlich dunkel geworden. Von dort aus ging es dann in Gruppen weiter zu weiteren Stolpersteinen für Widerstandskämpfer und Zwangsarbeiter in Tegel-Süd und Borsigwalde. Die wohl bekanntesten Menschen, für die in unserem Abteilungsgebiet Stolpersteine verlegt wurden, waren wohl Hans und Hilde Coppi, Mitglieder der Widerstandsgruppe um Harro Schulze-Boysen und Arvid Harnack, die 1942 / 1943 zum Tode verurteilt und in Berlin-Plötzensee hingerichtet wurden.
Etliche der Passanten, die uns bei der Arbeit sahen, blieben stehen und äußerten ihre Freude darüber, dass sich jemand darum kümmert, dass die Stolpersteine wieder gut lesbar sind. Herzlichen Dank an die Bürger, die selbst aktiv mithalfen.
Wir würden uns freuen, wenn Sie sich unserer Aktion anschließen und selbst auch ein kleines Zeichen setzen: Wenn Sie einen noch dunklen Stolperstein sehen, können Sie diesen mit etwas Essig oder Metallpolitur putzen. So werden die Inschriften wieder leserlich und die Schicksale der Opfer sichtbar.
Übrigens: Weitere Fotos finden Sie in unserer Bildergalerie "Stolpersteine-Putzaktion 16.5.2017".
„Wir brauchen mehr soziale Gerechtigkeit in Deutschland. Es ist gut, dass Martin Schulz diese Forderung wieder ins Gespräch gebracht hat.“ Mit diesen Worten leitete der Reinickendorfer AfA-Vorsitzende Sven Meyer eine gemeinsame Veranstaltung mehrerer AfA-Kreisverbände und der SPD-Abteilung Lübars/Waidmannslust/Wittenau am 4. 4. 2017 im mit über 70 Gästen gut gefüllten BVV-Saal im Rathaus Reinickendorf ein. Dazu diskutierten, moderiert von Uwe Januszewski von der AfA Tempelhof-Kreuzberg, die Kreuzberger SPD-Bundestagsabgeordnete Cansel Kiziltepe und der ver.di-Bundesvorsitzende Frank Bsirske.
In ihren Ausführungen benannten Bsirske und Kiziltepe mehrere Bereiche, in denen dringend ein Kurswechsel erfolgen muss: Sicherung einer leistungsfähigen Rentenversicherung und einer paritätischen Krankenversicherung, sichere Arbeit und Stärkung des Tarifsystems, gerechtes Steuersystem für alle gemäß ihrer Leistungsfähigkeit, Behebung massiver Investitionsdefizite im Bereich Bildung, Krankenhäusern, Infrastruktur (Straßen, Brücken, Schienenanlagen), Sicherung bezahlbaren Wohnraums, Ablehnung einer verschleierten Steuererhöhung durch PKW-Maut und Ausgestaltung der Infrastrukturgesellschaft. In der anschließenden lebhaften Publikumsrunde wurde vor allem Probleme prekarisierter Arbeit durch Ausgliederung von Betriebsteilen im öffentlichen Dienst und entfallender Arbeitsplätze durch zunehmende Digitalisierung sowie die Folgen von Hartz IV angesprochen.
Einen ausführlichen Bericht zu dieser Veranstaltung können Sie als PDF-Datei herunterladen: AfA-Veranstaltung Gerechtigkeitsdiskussion
Am 8. April führte die Abteilung ihren traditionellen Oster-Infostand in der Bernauer Straße durch - diesmal mit ersten Informationen von Martin Schulz sowie kleinen Osterhasen als Zugabe.
Am 21. März hat die Reinickendorfer Wahlkreiskonferenz Thorsten Karge, den Vorsitzenden der Abteilung Märkisches Viertel und früheren Berliner Abgeordneten, als ihren Kandidaten für den Bundestag gewählt.
Thorsten Karges Hauptziel ist eine gerechte und solidarische Gesellschaft in einem sicheren, handlungsfähigen, gerechten Land. Seine Erfahrungen als Bezirksverordneter im Reinickendorfer Kommunalparlament sowie im Berliner Abgeordnetenhaus, dabei insbesondere seine Erfahrungen in der Innen- und Wirtschaftspolitik möchte er nun im Bundestag für eine erfolgreiche sozialdemokratische Politik einbringen.
Der Wahl vorausgegangen war eine zweistufige Entscheidung: Sechs Kandidaten traten zur Mitgliederbefragung der Reinickendorfer Parteimitglieder an und stellten sich vorab auf mehreren Veranstaltungen den Interessierten vor. Über 500 Mitglieder (44 %) nahmen an der Mitgliederbefragung teil. Die beiden bestplazierten Kandidaten waren Aleksander Dzembritzki mit 198 Stimmen und Thorsten Karge mit 183 Stimmen.
Auf der Wahlkreiskonferenz entschieden dann statutengemäß die Delegierten nach einer langen, intensiven Diskussion, wer von beiden kandidieren wird. Beide Kandidaten betonten, nach der Wahl gemeinsam in den Wahlkampf zu starten, um den Wahlkreis Reinickendorf für die SPD zu gewinnen und mit Martin Schulz als Bundeskanzler eine neue Regierung zu bilden. Thorsten Karge erhielt 42 Stimmen, auf Aleksander Dzembritzki entfielen 31 Stimmen.
Wie in den Vorjahren verteilten Genossinnen und Genossen der Abteilung am U-Bahnhof Holzhauser Straße 300 rote Rosen zur Erinnerung daran, dass auch nach über 100 Jahren die Gleichberechtigung von Frauen und Männern noch nicht überall wahr geworden ist, sondern noch viel zu tun ist und hart Erkämpftes verteidigt werden muss. Bei grauem kühlem Wetter zauberten sie damit ein kleines Lächeln auf viele Gesichter.